Mittwoch, 4. Februar 2015

Smart Home-Lüftung zum Selbermachen

Ein Gastbeitrag von Robert Dölling

Wenn sich das Fenster öffnet, sollte die Heizung ausgehen. Und wenn sich das Fenster schließt, sollte auch die Heizung automatisch den Raum wieder bis zu der Temperatur aufheizen, die vorher eingestellt worden ist. Die intelligente Steuerung von Heizung und Fenstern ist heutzutage allerdings nur über recht komplexe Smart Home-Lösungen möglich. Wir stellen Ihnen hier Möglichkeiten vor, Ihre Lüftung smart aufzurüsten ohne in ein teures Smart Home-System investieren zu müssen.

Hygrometer hilft bei hoher Luftfeuchtigkeit

Regentropfen am Fenster
Wir halten uns gute 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen auf, daher ist ein frisches, gesundes Raumklima besonders wichtig. Gerade wenn in einer offenen Wohnküche gekocht wurde, die Dusche längere Zeit lief, ein Aquarium im Raum steht oder Neubaufeuchte vorhanden ist, besteht Lüftungsbedarf, um die feuchte Luft durch frische, trockenere Luft zu ersetzen. Das ist gesund, fördert die Hygiene und unterbindet mögliche Feuchteschäden. Um keine unnötige Heizenergie zu verschwenden, sollte man jedoch nur bedarfsgerecht Lüften. Gerade bei hoher Luftfeuchtigkeit hilft ein einfaches Hygrometer. Zeigt das Hygrometer eine Luftfeuchte von mehr als 60 Prozent an, sollte kurz stoßgelüftet werden, bis sich der Gehalt der Luftfeuchte wieder normalisiert hat.

Mit der Stoppuhr den Kamineffekt nutzen

Grundsätzlich gilt beim Lüften per Hand: Kurz und stark Lüften ist immer besser als zurückhaltend und stundenlang. Besser man öffnet die Fenster für bis zu zehn Minuten ganz weit, auf gegenüberliegenden Seiten der Wohnung beziehungsweise in verschiedenen Stockwerken inklusive der möglicherweise vorhandenen Dachfenster. Denn dann steigt die warme und verbrauchte Luft durch den natürlichen Kamineffekt nach oben, das Lüften erledigt sich dann ganz natürlich, schnell und effektiv. Dabei sollten die vorhandenen Gardinen und Vorhänge zur Seite gezogen werden.

Fensterlüfter sorgen für stressfreie Lüftung

Etwas aufwändiger ist die Integration von Fensterlüftern. Dies lohnt sich vor Allem dann, wenn im Neubau oder bei einer energetischen Sanierung auch neue Isolierfenster eingebaut werden. Dann sollte man darauf achten, dass diese mit integrierten Fensterlüftern versehen werden. Sie stellen eine nutzerunabhängige Lüftung zum Feuchteschutz sicher und verhindern bei längerer Abwesenheit der Bewohner wirksam etwaige Feuchteschäden.

Die Fensterlüfter können aber auch nachgerüstet und unauffällig über, unter oder seitlich am Fenster und im Fensterprofil angebracht werden und ganz von selbst für eine permanente, stressfreie Belüftung von Haus und Wohnung sorgen.

Raumluftfühler und Sensoren nachrüsten

Noch einen Schritt weiter gehen von vielen Fensterfachbetrieben angebotene Raumluftfühler, die auf zusätzliche flüchtige organische Verbindungen beziehungsweise Gase (VOCs) reagieren können. Die verbrauchte, ungesunde Luft kann also von Fenstern wahlweise mechanisch oder automatisch selbstständig gegen frische, gesunde Luft ausgetauscht werden. In den meisten Fällen sind solche praktischen Alltagshilfen nachrüstbar.

Noch leichter geht das Lüften mit automatisierten Elementen beziehungsweise Steuerungen. Diese öffnen je nach Bedarf Fenster und Fenstertüren und regeln je nach Typ auch die Heizung herunter. Sensoren messen zuvor die Raumtemperatur, die Luftfeuchte, ungesunde Ausdünstungen oder auch den CO2-Gehalt der Raumluft. Außerdem können auch die Sonnenintensität, die Windverhältnisse und aufkommender Regen sensorisch erfasst und so die Lüftung optimal gesteuert werden.

Für Privathaushalte besonders geeignet sind Fensterlüfter mit oder ohne Wärmerückgewinnung in Verbindung mit einer Sensorik, die im Fenster, am Fenster unten, seitlich oder oben

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