Montag, 19. August 2013

Fünfte Ausgabe des Expertentreffs für Lüftung in Wohngebäuden

Steht die Wohnungslüftung als technische Gebäudeausstattung vor einem Durchbruch? Sind Lüftungsgeräte nur ein Trend oder werden sie Standard? Inzwischen sind die positiven Auswirkungen auf Bausubstanz, Hygiene, Schallschutz, Komfort und nicht zuletzt gesundheitliches Wohlbefinden unbestritten. Vorausgesetzt, Installation sowie Wartung werden fachgerecht und nach dem neuesten Stand der Technik ausgeführt. Neben der Luftfeuchteregulierung rücken jetzt auch die CO2- und Schadstoffkonzentrationen stärker ins Blickfeld. Felduntersuchungen haben nachgewiesen, dass in ungenügend gelüfteten Wohnungen oft Werte vorzufinden sind, die nicht nur hygienisch inakzeptabel sind, sondern auch als Baumangel gelten können. Dementsprechend wurde die Steuerungstechnik weiterentwickelt, um über den baulichen Feuchteschutz hinaus den physiologischen Anforderungen des Menschen an die Luftqualität besser gerecht zu werden.

Wärmerückgewinnung steigert Effizienz von Gebäuden

Praxisbeispiele zeigen, dass Lüftungsanlagen – insbesondere mit Wärmerückgewinnungsfunktion – nicht nur für den EnEV-Nachweis Vorteile bringen, sondern auch die Gesamteffizienz des Gebäudes nachhaltig steigern. Neubau und Sanierung auf dem Weg zum klimaneutralen Gebäudebestand in 2050, wie es die EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie vorzeichnet, verlangt auch Lösungen bei der Lüftungsproblematik. Für Investitionen in diesem Bereich gibt es immer noch Hemmnisse bei Entscheidern und Aufklärungsbedarf bei Nutzern – aber auch Planungs- und Ausführungsfehler. Deshalb wird in der Branche bereits diskutiert, ob die Wohnungslüftung nicht ein eigenes Gewerk darstellen sollte. Das hätte natürlich Auswirkungen auf Aus- und Weiterbildung von Fachplanern, Fachhandwerkern und Inspekteuren.

Tagung für Experten der Wohnungslüftung

Das 5. Forum Wohnungslüftung wird diese wichtigen Aspekte am 16. Oktober 2013 in Dortmund praxisnah aufgreifen und vertiefen. Darüber hinaus garantiert das etablierte Podium einen detaillierten Erfahrungsaustausch zwischen Teilnehmern und Vortragenden.

TGA-Fachleute, Architekten, Wohnungswirte und Handwerker, Energieberater sowie Umweltexperten informieren und diskutieren über aktuelle Entwicklungen und Trends sowie Praxisbeispiele bei Neubau und Sanierung. Im Mittelpunkt stehen ebenfalls Fragen geeigneter Zusammenarbeit von Planern mit den unterschiedlichen Gewerken vor Ort auf der Baustelle. Diskussionsstoff wird der Meinungsaustausch zur Wartung und natürlich zur Mieterakzeptanz bieten.

Das Forum Wohnungslüftung wird 2013 zum fünften Mal von der HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e. V. durchgeführt. Mitveranstalter sind der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), der Bundesverband für Wohnungslüftung (VfW) und der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Das Forum findet erstmalig in Dortmund statt.

Mitgliedern der Architektenkammer NRW in den Fachrichtungen Architektur und Innenarchitektur werden für die Teilnahme acht Unterrichtsstunden anerkannt. Die Ingenieurkammer NRW bewertet das 5. Forum Wohnungslüftung mit sechs Zeiteinheiten für Nachweisberechtigung Wärmeschutz und Bauvorlageberechtigung.

Donnerstag, 15. August 2013

Warum die Luftffeuchtigkeit im Passivhaus so niedrig ist

Bei Berichten über Passivhäuser habe ich mich oft gewundert über die niedrigen Werte für relative Luftfeuchte in den Wintermonaten. Diese lag in den Berichten häufig deutlich unter 40 Prozent. Doch da verlassen wir den Bereich der hygienischen Werte für die relative Luftfeuchte. Unter 40 Prozent wird das Raumklima, je nach Temperatur, als noch behaglich empfunden, siehe Grafik der Sachverständigen am Bau aus Leipzig.

Im fachlich hervorragenden Blog des enbausa-Magazins habe ich nun einen Beitrag dazu gefunden, der jedoch schon älter ist, aber immer noch gut passt. Silke Thole berichtet dort von ihren eigenen Erfahrungen im Passivhaus und von einer Luftfeuchtigkeit zwischen 20 und 30 Prozent im Winter.

Das Problem ist die Lüftungsanlage als einzige Heizung im Haus. Die sehr trockene Außenluft im Winter wird im Haus zwar mit der Feuchtigkeit der Bewohner, von Wasch- und Kochvorgängen angereichert, oder beim Baden bzw. Duschen. Doch der Feuchteeintrag der Bewohner reicht nicht aus, um die Feuchtigkeit auf ein behagliches Maß zu bringen. Zusätzlich wird es schwieriger, wenn eine Nachheizung eingebaut ist, um die Zuluft auf die benötigte Raumtemperatur zu bringen.

Da denkt man, die sollen doch den Luftwechsel reduzieren, damit die Feuchtigkeit ansteigen kann. Aber dann reicht ja die Heizung wieder nicht aus und die gewünschte Temperatur wird nicht erreicht.

Was ist Ihre Erfahrung? Passivhaus nur mit einer, von der Lüftung unabhängigen, Heizung? Oder die Lüftung nur mit Feuchterückgewinnung?

Montag, 12. August 2013

Richtige Lüftung von Kellerräumen im Sommer

Lüftung ist nicht nur im Winter wichtig. Auch im Sommer gibt es einiges was man über die Lüftung wissen sollte. Gerade jetzt bei dem feuchten warmen Wetter sollte man darauf achten, dass die Feuchtigkeit in Kellerräumen nicht zu sehr ansteigt.

Besonders an heißen Tagen werden Keller gelüftet, um den typisch muffigen Geruch zu vertreiben. „Aber statt frischer Luft kann falsches Lüften feuchte Wände verursachen“, warnt Stefan Materne, Energieexperte der Verbraucherzentrale, vor dem unüberlegten Aufreißen von Kellerfenstern und -türen. Da warme Luft mehr Feuchtigkeit speichern kann als kalte Luft, setzt sich beim Abkühlen Feuchtigkeit an den kühleren Kellerwänden als Kondenswasser ab. Die Wand wird nass. „Mit der frischen Luft führt man dem Keller unter Umständen zusätzliche Feuchtigkeit zu. Erst dadurch wird der muffige Geruch erzeugt bzw. weiter verstärkt, und an den Wänden bilden sich schlimmstenfalls Schimmelpilze“, erklärt der Energiereferent. Die möglichen Folgen: Der Keller kann nur noch eingeschränkt genutzt und Bücher oder Kleidung dort gar nicht mehr gelagert werden. Neben Mängeln an der Bausubstanz sind auch gesundheitliche Schäden möglich.

Richtiges Lüften ist in Kellerräumen also oberstes Gebot. An heißen und schwülen Tagen sollte dort besser ganz aufs Lüften verzichtet werden. „Ist eine Lüftung dennoch erforderlich, da sich beispielsweise Wohnräume im Keller befinden, sollte die zweite Nachthälfte oder der frühe Morgen genutzt werden“, empfiehlt der Experte. Noch wichtiger ist das regelmäßige und richtige Stoßlüften, wenn im Keller gewaschen, getrocknet und gebügelt wird. Im Winter, solange draußen keine extremen Minusgrade herrschen und kein Einfrieren von Wasserleitungen droht, kann in unbeheizten Kellerräumen die temporäre Kipplüftung eine sinnvolle Alternative darstellen. Wie in allen anderen Wohnräumen auch, hilft hier ein Hygrothermometer die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten.

Neben dem falschen Lüften können feuchte Kellerwände auch andere Ursachen haben, etwa unzureichende Außenabdichtung oder sonstige bauliche Mängel. Die dadurch bewirkte Feuchte kann durch Lüften nicht behoben werden. In diesem Fall lässt sich die Ursache nur durch die Analyse eines Experten klären.

Quelle: Verbraucherzentrale Energieberatung

Donnerstag, 8. August 2013

Über den richtigen Umgang mit Schimmel in Wohnungen

Nicht nur Dreck, Schlamm und zerstörte Einrichtungen sind die Spuren der Hochwasserfluten – auch die Bausubstanz der Gebäude ist oft in Mitleidenschaft gezogen. Gerade bei sommerlichen Temperaturen bieten durchfeuchtete Wände ein hervorragendes Milieu für Schimmelpilze. Modriger Geruch und dunkle Flecken in den Ecken sind Anzeichen für einen Befall. Zwar stellt nicht jeder Schimmelbefall eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung dar, jedoch ist es ratsam, sofort zu reagieren. „Liegt ein Befall vor, sollte die Ursache schnellstmöglich ermittelt und der Schimmel beseitigt werden“, sagt Peter Kafke vom Verbraucherzentrale Bundesverband.

Schimmel entsteht durch zu hohe Material- oder Oberflächenfeuchtigkeit. So tritt auch in vom Hochwasser nicht betroffenen Häusern und Wohnungen häufig Schimmel auf. Ursachen dafür sind oft bauliche Mängel, Restfeuchtigkeit im Neubau, falsches Heizen und Lüften oder Wasserschäden. Bei Altbauten wird oft der Einbau neuer Fenster für den Schimmelpilz verantwortlich gemacht. „Der Grund ist aber in den wenigsten Fällen das bessere Schließen der neuen Fenster“, erläutert der Energieexperte: „Bestenfalls waren die schlecht wärmedämmenden Altfenster früher beschlagen, wenn die Luftfeuchte auf unhygienische Werte stieg – und haben die Bewohner ans Lüften erinnert.“ Er empfiehlt deshalb das Lüftungsverhalten entsprechend anzupassen. Besonders ratsam ist dabei die Kontrolle der Raumluftfeuchte mit einem Hygrometer und verstärktes Lüften, wenn die relative Feuchte 55 bis 60 Prozent erreicht oder gar übersteigt. Dabei gilt: Bei schlecht gedämmten Gebäuden eine relative Feuchte von 50 Prozent möglichst nicht überschreiten, bei gut gedämmten sind auch 60 Prozent noch in Ordnung.

Die Energieberater der Verbraucherzentralen helfen anbieterunabhängig und interessenneutral bei Fragen zum Vorbeugen und Beseitigen von Schimmel: online, telefonisch, mit einem persönlichen Beratungsgespräch oder bei einem Detail-Check direkt bei Ihnen zu Hause. Leicht umsetzbare Verhaltenstipps zum richtigen Lüften und Heizen bietet der Ratgeber „Feuchtigkeit und Schimmelpilz“ – als Download auf der Website oder in einer Beratungsstelle vor Ort. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Für Ratsuchende, die vom Hochwasser betroffen waren, ist auch der Detail-Check kostenfrei. Mehr Informationen gibt es unter 0800 – 809 802 400 (kostenfrei) oder auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.