Nicht nur Dreck, Schlamm und zerstörte Einrichtungen sind die Spuren der Hochwasserfluten – auch die Bausubstanz der Gebäude ist oft in Mitleidenschaft gezogen. Gerade bei sommerlichen Temperaturen bieten durchfeuchtete Wände ein hervorragendes Milieu für Schimmelpilze. Modriger Geruch und dunkle Flecken in den Ecken sind Anzeichen für einen Befall. Zwar stellt nicht jeder Schimmelbefall eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung dar, jedoch ist es ratsam, sofort zu reagieren. „Liegt ein Befall vor, sollte die Ursache schnellstmöglich ermittelt und der Schimmel beseitigt werden“, sagt Peter Kafke vom Verbraucherzentrale Bundesverband.
Schimmel entsteht durch zu hohe Material- oder Oberflächenfeuchtigkeit. So tritt auch in vom Hochwasser nicht betroffenen Häusern und Wohnungen häufig Schimmel auf. Ursachen dafür sind oft bauliche Mängel, Restfeuchtigkeit im Neubau, falsches Heizen und Lüften oder Wasserschäden. Bei Altbauten wird oft der Einbau neuer Fenster für den Schimmelpilz verantwortlich gemacht. „Der Grund ist aber in den wenigsten Fällen das bessere Schließen der neuen Fenster“, erläutert der Energieexperte: „Bestenfalls waren die schlecht wärmedämmenden Altfenster früher beschlagen, wenn die Luftfeuchte auf unhygienische Werte stieg – und haben die Bewohner ans Lüften erinnert.“ Er empfiehlt deshalb das Lüftungsverhalten entsprechend anzupassen. Besonders ratsam ist dabei die Kontrolle der Raumluftfeuchte mit einem Hygrometer und verstärktes Lüften, wenn die relative Feuchte 55 bis 60 Prozent erreicht oder gar übersteigt. Dabei gilt: Bei schlecht gedämmten Gebäuden eine relative Feuchte von 50 Prozent möglichst nicht überschreiten, bei gut gedämmten sind auch 60 Prozent noch in Ordnung.
Die Energieberater der Verbraucherzentralen helfen anbieterunabhängig und interessenneutral bei Fragen zum Vorbeugen und Beseitigen von Schimmel: online, telefonisch, mit einem persönlichen Beratungsgespräch oder bei einem Detail-Check direkt bei Ihnen zu Hause. Leicht umsetzbare Verhaltenstipps zum richtigen Lüften und Heizen bietet der Ratgeber „Feuchtigkeit und Schimmelpilz“ – als Download auf der Website oder in einer Beratungsstelle vor Ort. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Für Ratsuchende, die vom Hochwasser betroffen waren, ist auch der Detail-Check kostenfrei. Mehr Informationen gibt es unter 0800 – 809 802 400 (kostenfrei) oder auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.
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